Inklusion

Was bedeutet Inklusion?

Seit ein paar Jahren ist der Begriff Inklusion in unserem Sprachgebrauch sehr prägnant. Doch was ist damit gemeint?
Inklusion meint, dass alle Menschen, unabhängig von Religion, körperlicher Verfassung, Intelligenz, Aussehen, Gesellschaftsschicht, Geschlecht oder Herkunft an allen Prozessen teilhaben und sie Mitgestallten können.
Der Inklusionsgedanke besagt das jeder einzelne eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellt und somit nicht von der Teilhabe am gemeinsamen Leben und Lernen ausgeschlossen werden darf.

Inklusion an Oldenburger Schulen.

Was bedeutet Inklusion für die Schulen?

In Artikel 24 der UN- Konvention heißt es: „Die Vertragsstaaten erkennen das Recht von Menschen mit Behinderung auf Bildung an. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen (…)“.

Deutschland hat sich 2009 zur Umsetzung der oben genannten Konvention verpflichtet. Dadurch ist es Eltern nun freigestellt auf welche Schule sie ihr Kind schicken. Kinder mit einer Behinderung können dadurch nun eine Regelschule besuchen, sofern ihre Eltern dies wünschen. Um die Schulen, die Lehrerkräfte und SchülerInnen bei dieser, für viele noch ungewohnten Situation, zu unterstützen ist die Beantragung einer Schulassistenz unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die Schulbegleitung / Schulassistenz zeigt eine wertschätzende positive Haltung bezüglich des betreuenden Schülers. Sie ist Teil des sozialen Netzwerkes. Sie ist Beobachter und Sprachrohr des Schülers für Bedürfnisse, Probleme und vorhandene Potentiale, die der Schüler noch nicht äußern kann. Die Schulbegleitung ist Vermittler und Dolmetscher, sie gibt Orientierungshilfe, formuliert Strukturen und unterstützt bei der Fokussierung der Aufmerksamkeit. Der Schutz des Schülers, eine unterstützende Krisenintervention und das Coaching des Schülers beim sozialen Lernen sind weitere Tätigkeitsbereiche einer Schulbegleitung.

Inhaltliche Aufgaben und Ziele:

Strukturierung:

  • Einführung und Aufbau von Handlungsabläufen bei schulischen Aufgaben
  • Hilfe bei der Einteilung des Arbeitsplatzes
  • Unterstützung bei der Nutzung von Arbeitsmaterialien
  • Hilfe bei der Herstellung von Aufmerksamkeit für aktuelle Aufgaben

Orientierungshilfe:

  • Hilfe zur Orientierung im Schulgebäude und Schulgelände, wie zum Beispiel beim Klassenraumwechsel oder zur Sporthalle. Ausführliche Ortsbegehung mit genügend Zeit für den Schüler, sich Orte und Wege auf seine Weise einzuprägen. Bei der Sitzordnung in der Klasse auf visuelle und akustische Reizproblematik für den Schüler achten
  • Erstellung von Tages- und Wochenplänen in Kooperation mit Eltern und Lehrkräften
  • Wenn ein individuelles Erfordernis besteht, kann der Schüler zur Schule begleitet werden oder durch ein Bustraining einen eigenständigen Schulbesuch erreichen
  • Eine Begleitung bei Ausflügen und Klassenfahrten ist für die Schulbegleitung oft erforderlich

Coach beim sozialen Lernen:

  • Die Schulbegleitung ist Teil des Systems der Klasse. Da sie täglich mehrere Stunden anwesend ist, wird sie unweigerlich Bestandteil des Systems und sollte daher auch Kontakte zu den Mitschülern anbahnen. Die Schulbegleitung hat die Möglichkeit, interessierte Schüler einzeln in Aktivitäten einzubinden und die Interaktion gezielt zu unterstützen.
  • Sie unterstützt bei der Vermittlung sozialer Regeln und fördert die Entwicklung sozialer Kompetenzen, wie angemessene Verhaltensweisen zur Kontaktaufnahme vorschlagen und einüben oder Sinn und Zweck von Spielregeln verdeutlichen.

Schutz des Schülers:

  • Eine wichtige Schutzfunktion besteht im sozialen Kontext. Schüler mit Unterstützungsbedarf ziehen aufgrund ihres häufig „nicht verständlichen „Verhaltens und eigener Unsicherheiten meist Abwertungen, Spott, Hänseleien und Mobbing auf sich. Zudem entwickeln sich häufig Missverständnisse, die dadurch vorhandenen Spannungen und offene Konflikte enden oft in Eskalationen verbaler und tätlicher Gewalt
  • Die gezielte Unterstützung der Begleitperson bei der aktiven und konstruktiven Gestaltung sozialer Beziehungen ist für den betroffenen Schüler ein wichtiger Schutz und bietet Chancen zur Entwicklung.

Krisenintervention:

  • Die Schulbegleitung greift in Krisensituationen ein und wirkt deeskalierend. Sie schützt den Schüler vor sich selbst und die Mitschüler vor verbalen und körperlichen Übergriffen. Sie kann durch Beobachtungen und die gegenwärtige Interaktion mit dem Schüler am ehesten einschätzen, wenn sich eine Spannung aufbaut, was in welcher Situation besonders belastend ist und welche Interventionen eine Krise abwenden kann.

Vermittlung:

  • Austausch und Absprachen mit den zuständigen Lehrern und die Abstimmung über einheitliche Interventionsmaßnahmen während des Unterrichts sind ebenso Aufgaben des Schulbegleiters, wie die fachliche Beratung über den Bedarf des Schülers.